Kurz erklärt: Golf-Wedges sind Schläger für Annäherungen und das kurze Spiel. Pitching Wedge (PW), Gap Wedge (GW/AW), Sand Wedge (SW) und Lob Wedge (LW) erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Entscheidend sind nicht die Buchstaben allein, sondern der tatsächliche Loft, deine Schlagweiten und die passende Sohle. Du musst nicht alle vier Typen im Bag haben.
Stand: 5. September 2026. Dieser Ratgeber erklärt Auswahlkriterien anhand der unten verlinkten Herstellerinformationen. Er ist kein eigener vergleichender Produkttest und enthält keine Affiliate-Links.
Pitching, Gap, Sand und Lob Wedge im Vergleich
| Typ | Loft-Beispiel | Aufgabe |
|---|---|---|
| Pitching Wedge (PW) | 44°–48° bei Vokey; Satz-PW können abweichen | Längere Annäherungen, volle Schläge und flache Chips |
| Gap / Approach Wedge (GW/AW) | 48°, 50° oder 52° bei Vokey | Die Distanzlücke zwischen PW und SW abdecken |
| Sand Wedge (SW) | 54° oder 56° bei Vokey | Bunkerschläge und kurze Annäherungen, nicht nur Sand |
| Lob Wedge (LW) | 58° oder 60° bei Vokey | Hohe, kurze Schläge bei wenig Platz zum Ausrollen |
Die Zahlen sind Beispiele aus der aktuellen Vokey-Einteilung. Ein Gegenbeispiel zum vermeintlich einheitlichen PW-Loft: Das Titleist T350 wird mit einem 43°-PW und einem zusätzlichen 48°-Schläger angeboten. Prüfe deshalb die Spezifikation deines genauen Modells und Modelljahrs, bevor du ergänzende Wedges kaufst.
Ein 58°-Wedge kann auch aus dem Bunker funktionieren; die Bezeichnung entscheidet nicht darüber. Ebenso garantiert mehr Loft keinen sofort stoppenden Ball. Treffmoment, Ball, Untergrund und Landefläche beeinflussen das Ergebnis.
Loft, Bounce und Grind: Was ist der Unterschied?
Loft ist die Neigung der Schlagfläche. Er beeinflusst den Ballstart und hilft, die Abstufung im Bag zu planen. Bounce beschreibt den Winkel zwischen Vorderkante und Sohle, der dem Eingraben entgegenwirkt. Grind bezeichnet die Form beziehungsweise den Schliff der Sohle. Er beeinflusst, wie sie mit Boden und Sand zusammenarbeitet.
Nach der Bounce-Erklärung von Vokey sind wenig Bounce und ein flacherer Eintreffwinkel eher mit festen Bedingungen vereinbar. Mehr Bounce kommt eher bei tiefen Divots, weichem Boden und lockerem Sand infrage. Ein mittlerer Bounce ist ein Ausgangspunkt für gemischte Bedingungen. Das sind Tendenzen, keine automatische Kaufempfehlung: Sohlenbreite, Schliff und geöffnete Schlagfläche verändern die Wirkung.
- Der Schläger gräbt sich häufig ein: Probiere mehr Bounce beziehungsweise eine andere Sohle unter ähnlichen Bedingungen.
- Du triffst häufig dünn: Lass zunächst Technik und Ballposition prüfen. Weniger Bounce ist nicht automatisch die Lösung.
- Du spielst oft mit geöffneter Schlagfläche: Teste genau diese Stellung im Fitting, nicht nur volle Schläge von einer Matte.

Welche Loft-Abstände passen zusammen?
Vokey nennt 4°–6° Abstand zwischen Wedges als Ausgangspunkt. Gleiche Winkelabstände garantieren aber keine gleichen Schlagweiten: Kopfkonstruktion, Schaftlänge, Treffqualität und Schwung wirken mit. Entscheide deshalb anhand des Carry – der Flugweite bis zum ersten Bodenkontakt – und nicht anhand der Gesamtdistanz inklusive Rollen.
| Vorhandenes PW | Mögliche Ergänzungen | Prüfpunkt |
|---|---|---|
| 43° | 48° / 54° / optional 58° | Funktioniert der Übergang vom Satz-PW zum nächsten Kopf? |
| 46° | 50° / 54° / optional 58° | Sind die tatsächlichen Carry-Abstände sinnvoll? |
| 48° | 52° / 56° / optional 60° | Bringt der zusätzliche hohe Loft einen nutzbaren Schlag? |
Wenn du mit weniger Schlägern auskommst, musst du nicht jede Zeile vollständig nachbauen. Wichtig ist, die verbleibenden Distanzen mit kontrollierten Teilschwüngen abzudecken. Mehr zum Übergang findest du im Ratgeber zum Gap-Wedge-Loft. Beim Vergleich kompletter Golfsets solltest du zuerst prüfen, welche Wedges bereits enthalten sind.
Wie weit sollte ich mit einem Wedge schlagen?
Es gibt keine Pflichtdistanz für dein PW oder SW. Eine pauschale Meterzahl kann dazu verleiten, schneller zu schwingen, obwohl du eigentlich einen verlässlichen Annäherungsschlag brauchst. Erstelle lieber eine persönliche Carry-Tabelle.
- Nutze möglichst deinen üblichen Ball, eine ebene Testfläche und vergleichbare Bedingungen. Rangebälle können andere Flugweiten liefern.
- Spiele je Schläger mehrere Schläge mit einem kontrollierten, wiederholbaren Schwung. Notiere als einfache Trainingsaufgabe zehn Versuche.
- Halte sowohl die typischen Treffer als auch die Fehlschläge fest. Vergleiche die mittlere Flugweite und die Streuung; nimm nicht nur deinen längsten Treffer.
- Wiederhole das mit einem kürzeren Schwung. Miss auf einer weiteren Einheit nach, bevor du einen Kauf entscheidest.
| Schläger / Loft | Carry normal | Carry Teilschwung | Streuung / Fehlschläge |
|---|---|---|---|
| PW / ___° | ___ m | ___ m | ___ |
| GW / ___° | ___ m | ___ m | ___ |
| SW / ___° | ___ m | ___ m | ___ |
| LW / ___° | ___ m | ___ m | ___ |
Rechenbeispiel, keine Sollweiten: 100 m mit dem PW und 76 m mit dem SW lassen 24 m dazwischen. Ein getestetes GW mit 88 m würde diese Spanne in zweimal 12 m teilen. Ob es wirklich hilft, hängt auch von der Streuung und deinen Teilschlägen ab. Überlappen die Ergebnisse stark, reicht ein zusätzlicher Schläger allein möglicherweise nicht.
Golf-Wedge-Test: So vergleichst du passende Kandidaten
Diese Seite kürt keinen Testsieger. Ein brauchbarer eigener Vergleich beantwortet konkrete Fragen: Welcher Kandidat deckt eine fehlende Distanz ab? Welcher bringt dich verlässlicher aus dem Bunker? Welcher produziert bei deinem üblichen Fehlschlag das weniger schlechte Ergebnis?
- Vergleiche nicht gleichzeitig einen anderen Loft, einen anderen Ball und einen anderen Schwung, wenn du die Ursache eines Unterschieds verstehen möchtest.
- Teste kurze Chips, mittlere Pitches und Bunkerschläge zusätzlich zu vollen Schlägen. Eine Hallenmatte zeigt nicht alle Eigenschaften einer Sohle.
- Notiere Trefferquote und Streuung statt nur den besten Spinwert. Ein Fitter kann Loft, Lie, Schaft und Sohle gemeinsam prüfen.
- Beurteile auch Griffzustand, Gewichtsempfinden und Preis. Ein passender gebrauchter Schläger kann sinnvoller sein als ein unpassendes neues Modell.
Brauchen Anfänger ein Lob Wedge?
Nicht automatisch. Als praktische Reihenfolge bietet sich an: erst das vorhandene PW kennenlernen, dann die größte Distanzlücke und die häufigste Bunkersituation lösen. Ein LW ist erst dann eine sinnvolle Ergänzung, wenn du damit eine konkrete Aufgabe verlässlicher bewältigst. Ein hoher Flop-Schlag ist nicht für jede kurze Annäherung nötig; wo Platz ist, kann eine flachere Flugbahn die einfachere Option sein.

Pflege und Verschleiß: Wann ist ein neues Wedge sinnvoll?
Entferne Erde und Sand mit einer weichen Bürste und trockne den Kopf nach der Reinigung. Prüfe auch den Griff. Nasse Bälle, Gras zwischen Ball und Schlagfläche oder ein veränderter Treffmoment können das Ergebnis beeinflussen; mehr Ausrollen beweist allein keinen verschlissenen Schläger.
Ein pauschaler Austausch nach einer bestimmten Rundenzahl ist keine individuelle Zustandsprüfung. Vergleiche ein sauberes vorhandenes Wedge mit einem intakten Kandidaten unter gleichen Bedingungen und lass erkennbare Schäden fachlich beurteilen. Kaufe nicht allein deshalb neu, weil eine Frist abgelaufen ist.
Häufige Fragen zu Golf-Wedges
Wie viel Grad hat ein Sand Wedge?
In der hier herangezogenen Vokey-Einteilung sind es 54° oder 56°. Andere Sets können abweichen. Lies die konkrete Spezifikation und prüfe zusätzlich die Sohle.
Ist ein Approach Wedge dasselbe wie ein Gap Wedge?
Die Bezeichnungen AW und GW werden häufig für die Lücke zwischen PW und SW verwendet. Ein gleicher Name garantiert jedoch weder gleichen Loft noch gleiche Flugweite.
Kann ich ein 56°-Wedge vom Fairway spielen?
Ja. Ein Sand Wedge ist nicht auf den Bunker beschränkt. Ob es für deinen Schlag passt, hängt von Distanz, Lage und gewünschter Flugbahn ab.
Was bedeuten 56 und 12 auf einem Wedge?
Bei einer üblichen Loft/Bounce-Kennzeichnung steht 56 für 56° Loft und 12 für 12° Bounce. Weitere Buchstaben können den Grind bezeichnen. Prüfe die Legende des Herstellers.
Unbekannte Begriffe findest du im Golfbegriffe-Glossar.
Quellen und Einordnung
Herstellerquellen erläutern ihre eigene Produktpalette und ersetzen keinen unabhängigen Vergleichstest. Die Testkarte und Rechenbeispiele oben sind praktische Arbeitshilfen, keine Messdaten von SimpleGolfer.






